Alte Pferde - na und? Alte Pferde - na und? Alte Pferde - na und?

Alte Pferde - alte Ponys

Wir leben Pferde!

"Manchmal wache ich auf. Vor Kummer. Voller Sorge. Dann wieder voller Freude und voller Stolz."
In unserer Herde leben zur Zeit etliche vierbeinige Rentner, bald sind es mehr als der Platz für junge Pferde und viebeinige Arbeitnehmer es erlaubt. Glücklicherweise erfreuen sich die allermeisten von ihnen einer nahezu jugendlichen Frische. Bis auf ein paar Zipperlein mal hier mal da. Dann eilen alle rasch zur Hilfe: Physiotherapeuten, Tierärzte und nicht zuletzt, sondern allen voran: die Menschen, die hier leben und tagein und tagaus einhergehen. Große Menschen, kleine Menschen. Sie haben alle eins gemeinsam: sie lieben Pferde, und sie lernen hier sie zu leben.

Sempre Mia

30 Jahre jung

Das Bild wurde im Herbst 2018 von der berühmten Pferdefotografin Christiane Slawik aufgenommen.
Die wunderschöne bayerische Warmblutstute wurde am 22. Arpil 1989 auf unserem Reiterhof geboren.
Wir haben nichts am Bild bearbeitet, die Natur, Veras liebevolle Betreuung und unser Motto hält Sempre Mia jung und gesund.

Fanny II

geboren am 09. April 1995

Ja, sie wird erst 24 Jahre alt. Das ist in unseren Augen noch lange nicht alt. Aber Fanny hat eine Geschichte, die ich euch, liebe Leser, gerne erzählen möchte. Denn ihr seid hier auf dieser Seite, weil ihr den Gedanken "Wir leben Pferde!" verstanden habt.
Fanny wurde an jenem Tag geboren, als unser allererstes Pony 30 Jahre alt geworden wäre. Jedoch erlag sie ihrer Altersschwäche am 09. März 1995. Die Geschichte dazu erzähle ich euch weiter unten:

Fanny I

Im Juli 1969

kam die junge Ponystute, ein Geschenk vom Opa, auf unseren Bauernhof. 30 Jahre hat sie uns begleitet. So lange bis wir Kinder (auf dem Bild) unseren Opa zum Ur-Opa gemacht haben.
Am 09. März 1995 hat sie sich in eine Box gelegt. Sie konnte nicht mehr aufstehen. Der Tierarzt war gerufen. Er musste sie einschläfern. Er ermahnte uns: gebt ihr nichts zu fressen, dann kann sie leichter einschlafen...wir stellten zu ihrer Gesellschaft ihre beste Freundin Cilly in ihre Box...ich erzähle euch die Geschichte weiter unten:

Cilly

geb. 17.05.1969

Die allerbeste und urälteste Freundin von Fanny. Schließlich haben die beiden Damen ihr ganzes Leben bei uns verbracht! Cilly kam im Jahr 1972 zu uns in die damals noch sehr kleine Herde. 30 Jahre lang waren die beiden eng miteinander verbunden. So eng, dass Cilly etwas getan hat, was wir niemals vergessen werden. Sie stand bei ihrer Freundin Fanny, während Fanny still darnieder lag. Es war ein trauriger Tag. Ein Mädchen blickte mit Tränen in den Augen in die Box. Ich legte meinen Arm um sie und flüsterte: das Heu müssen wir wieder weg tun, Fanny soll nichts mehr essen. Da sagte das Mädchen: das war ich nicht, das Häufchen hat ihr Cilly hingeschoben...wer einmal die Liebe unter Tieren erlebt hat... Fanny schlief friedlich in meinen Armen ein. Tränen des Abschieds. Aber auch Tränen der Dankbarkeit über die Möglichkeit sein Tier in Gnaden gehen zu lassen...

Gib mir zu fressen, gib mir zu trinken

Gebet eines Pferdes

und sorg für mich und wenn des Tages Arbeit getan ist,
gib mir ein großes Obdach, ein sauberes Lager.

Lass mich nicht alleine leben, du weißt, dass ich mit meinen Freunden zusammen sein möchte.

Sprich zu mir, oft ersetzt mir deine Stimme die Zügel, sei gut zu mir und ich werde dir freudiger dienen und du wirst meine Liebe spüren.

Reiß nicht an den Zügeln, lass‘ die Peitsche, wenn es aufwärts geht,
schlage oder stoß mich nicht, wenn ich dich nicht verstehe, sondern gib mir Zeit dich zu verstehen.

Halte es nicht für ungehorsam, wenn ich deine Gebote nicht befolge. Vielleicht sind Sattelzeug und
Hufe nicht in Ordnung. Prüfe meine Zähne, wenn ich nicht fressen mag, vielleicht habe ich einen kranken Zahn. Du weißt wie das schmerzt...

....und am Ende, geliebter Herr, wenn ich dir zu nichts mehr nütze bin, lass‘ mich nicht verhungern
oder frieren und verkaufe mich nicht. Gib mich nicht einem neuen Herrn, der mich langsam zu Tode quält.
Und bereite mir einen schnellen und barmherzigen Tod.
Amen

Dankbarkeit

180 Paten und Patinnen

Eine Freundin hat zu mir gesagt, nachdem ich wieder einmal vor Kummer und Sorge nicht schlafen konnte: "Mach doch Patenschaften für deine Ponys und Pferde. Das ist die Idee deiner ganzheitlichen Ausbildung für Menschen, die Pferde lieben, für Menschen, die nicht nur reiten lernen wollen, sondern ihr Herz verschenken, und es damit größer machen. Gib ihnen die Möglichkeit auch noch nach ihrer Ausbildung, oder wenn sie für ihre geliebten Ponys zu groß geworden sind, ihren Lebensabend mit zu gestalten. Selbst wenn sie nach Dubai oder Australien ausgewandert sind..."
So entstand die Idee der Patenschaften. Ohne Pflichten und ohne Rechte. Einfach nur mit einem kleinen Obulus ein Zeichen zu setzen.
Dafür möchte ich heute Danke sagen. Der klitzekleine Obulus von 5 Euro im Jahr erlaubt uns den Luxus unsere geliebten alten, und hoffentlich noch lang jung gebliebenen Pferde und Ponys einen schönen Lebensabend in ihrer Herde zu ermöglichen, ohne dass die jungen, vierbeinigen Arbeitnehmer mehr leisten müssen. Was für ein schönes Gefühl. zurück zur Startseite